ein Haus im Sinn

Für mein zeichnerisches Denken spielt die Konstruktion von Raum eine zentrale Rolle. Perspektivisch baue ich mittels Linie und Fläche zweidimensionale Raumfolgen und richte diese ein. Ähnlich einem Dominospiel knüpfe ich Anschlüsse und fi nde so zu entlegenen Winkeln in meinen Bildern. Für die Ausstellung „ein Haus im Sinn“ greife ich in meinen Collagen die Räumlichkeit meiner Zeichnungen und den Kontrast der Wachsstiftbilder auf und entwerfe aus verschiedenen papierenen Materialien häusliche Spielstätten. Es entstehen räumliche Situationen, in denen Personen um ihr Haus herum ganz privat mit sich sind. Von außen schaut man in diese Szenen hinein und begegnet einem Augenblick, beobachtet Leben. Ich möchte gerne die Atmosphäre der Momenthaftigkeit einer Fotografie treffen. Mein Anliegen ist es, Illusion zu vermeiden – die Bilder sollen ihre Konstruktion sehen lassen -, Geschichten zu initiieren und nicht zu erzählen, einen Augenblick darin zu finden und der Leere dieselbe Bedeutung zu geben wie der korrespondierenden Darstellung. All dies nicht in wilder Manier sondern spröde geordnet. Gemeinsam formen Lücke und Fülle den häuslichen Raum, in dem meist auch etwas Orient steckt, der der Situation eine fremde und schmucke Note schenkt.
„Ein Haus im Sinn“ knüpft an das Gebäude an und schließt das Zuhause mit ein.

Natascha Pötz

a house in mind

The construction of space is an essential aspect of my graphic thinking. I create two-dimensional room sequences with lines and planes, connect them like in a domino game and thus arrive at distant corners in my images. The people in my images find themselves in intimate spatial situations and on small stages around their house. From the outside, we look at those domestic venues and witness moments, observe life. I seek to evoke the momentary nature of a photograph and avoid illusion, revealing the construction of an image. The stories are merely initiated rather than being told, moments are being found, and the void is just as meaningful as depiction itself. All this is not random but primly induced. Empty and filled spaces interact to form the domestic sphere which in most cases contains some oriental reminiscence, lending an exclusive nuance to the entire situation. “A house in mind” takes up the building and comprises home.

Translation: Maren Mittentzwey