Meine Romanze mit der Welt
Ich bin vor allem an der Atmosphäre interessiert.

Mein Thema ist der atmosphärische Raum. Raum zu platzieren, zu öffnen und zu umgrenzen, den die Atmosphäre zum Ausdruck braucht. Eine Darstellung zu formen, die Umgebung atmosphärisch füllt. Ich möchte einen Eindruck schaffen und suche einen Ausdruck. Ich möchte eine Gestalt finden, die diesen Einblick gibt. Ein Bild zeigt etwas so Komplexes in Gänze – leicht, was Wunder. Das gewichtige Wort umgehend, still getrieben von neugierigem Gemüt und Neigung zum einfachen Schauen.

Zuerst war der Bleistift, eine Linie, Schraffur fügten exakt einen Raum. Das entwickelte einen Fokus ins Detail und führte gern in Lieblichkeit. Der Wachsstift verlangte nach mehr Kraft, Handwerk, Körpereinsatz und versprach bildhauerisches Entstehen. Ein wenig Grobheit steht der Lieblichkeit sehr gut. Fehler, Flecken, das Große sehen und mich nicht im Detail verlieren. Der Körper ist anwesend und verlangt. Schließlich und den Prozess vervollständigend den Pinsel, der alles kann, Linie, Fläche, Geste und von außen nach innen skulptural Form finden, Farbe kann rinnen, ihr eigenes tun. Ich gebe mich in die Welt und übergebe. Ich beginne und beobachte was geschieht und mische mit.

Meine aktuellen Arbeiten beschäftigen sich mit der Imagination räumlicher Situationen. Ich beschreibe einen Zustand dreidimensional. Ich suche nach der Kante, die Unbestimmtheit lässt und ihr gleichzeitig klar Grenze setzt. Dann gehe ich ins Bild und schaue nach. Welten schichten sich malerisch übereinander. Bin ich darin schließt sich der Firnis hinter mir. Dennoch kommt der Drang zur Wahrnehmung wie ein Sinneseindruck aus dem Bild. Etwas roh und ungelenk wenngleich üppig und komplex. Ein Staunen über die Welt steckt in den Bildern. Naiv hierin und in ihrer Form. Die Arbeiten haben illustrative Momente, ohne konkret zu illustrieren. Die Realität geht aus ihnen hinaus, der Zusammenhang, sie werden Eindruck, Einblick.

Ein Blick in einen Raum, den ich zum Bild baue. Im Raum ist eine Lücke vonnöten, die Spielraum schafft und damit Platz für die Atmosphäre. Auch im Haus ist drinnen draußen und draußen drinnen. Der Raum begrenzt nicht Innen und Außen sondern öffnet und konstruiert ungenau eine Bühne. Es entstehen Zeichnungen mit Malereien, Gesten mit Linien, atmosphärische Szenerien.

Natascha Pötz